Kampf der Eisbären wird nicht belohnt

Sie haben gekämpft, alles gegeben und doch hat es wieder nicht gereicht. Die Hammer Eisbären unterlagen in einem hochspannenden Spiel bei den Ratinger Ice Aliens mit 2:1 – dank eines Fehlers des Strafbankbetreuers.

Das erste Drittel war geprägt vom hohen Tempo mit schnellen Wechseln auf beiden Seiten. Den etwas besseren Start erwischten die Gastgeber, doch Marc Fleischer im Gehäuse der Eisbären hielt seinen Kasten sauber. Die Eisbären kämpften sich in das Spiel und mit zunehmender Sicherheit in der Defensive spielten sie sich nach und nach erste Chancen heraus. Aber auch Dennis Kohl im Tor der Gastgeber hielt an diesem Abend gut. In der 19. Minute war aber auch er geschlagen. Kevin Thau eroberte die Scheibe und legte mustergültig auf Robin Loecke ab, der Scheibe in die lange Ecke zum 0:1 schob.

Im zweiten Drittel wurde der Spielfluss durch zunehmende Zeitstrafen immer wieder gehindert. Die Eisbären überstanden die ersten beiden Zeitstrafen ohne Gegentreffer. Als dann aber mit Martin Köchling und Dustin Demuth gleich zwei Hammer auf der Strafbank saßen war auch Fleischer geschlagen. Einen Schuss von Priebsch fälschte Musga zum Ausgleich ab (31.). Die Eisbären mussten in der Folge eine weitere unnötige Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis schlucken. Ratingen drehte in dieser Überzahl die Partie durch Behlau (35.). Danach setzten die Eisbären nochmal zur Schlussoffensive an, hatten beste Chancen, Kraft und Paunio scheiterten an Kohl (38./39.). Und auch bei den Rebounds vor dem Ratinger Tor bekamen die Eisbären die Scheibe nicht in das Tor der Aliens.

Im Schlußabschnitt sollte sich ein an Dramatik kaum noch zu toppendes Spiel entwickeln. Die Eisbären versuchten sich immer wieder gute Chancen zu erarbeiten, waren durch die zunehmende offensivere Ausrichtung aber auch anfälliger für Konter. Marc Fleischer, der ein gutes Spiel machte, zog den Aliens die Zähne und vereitelte sämtliche Chancen der Gastgeber. Auf der anderen Seite dann der erste Aufreger in der 50. Minute. Die Scheibe lag im Tor der Gastgeber, die Eisbären jubelten, aber dem Treffer wurde wegen Torraumabseits die Anerkennung verwehrt. Die letzten zwei Minuten hatten es dann in sich. Zunächst mussten Thau und L. Becker auf die Strafbank. Galonska nahm eine Auszeit, bereitete sein Tam auf den Schlussakt vor. Dann musste Loecke in die Box. Bei den Aliens erhielt Priebsch eine 5 + Spieldauer wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge. Kurze Zeit später musste dann auch Furda in die Kühlbox, es saßen also drei Hammer und zwei Ratinger auf der Strafbank. Anders als in einer Overtime wird in der regulären Spielzeit allerdings 3 gegen 3 weitergespielt. Galonska nahm Fleischer aus dem Tor und konnte so eine Überzahlsituation schaffen. 8 Sekunden vor Ende der Partie war die Scheibe erneut im Ratinger Tor, aber es sollte wieder nicht zählen. Was war passiert? 14 Sekunden vor Schluss liefen die Strafzeiten von Becker und Thau ab. Die Strafbankbetreuer öffneten auf beiden Seiten die Türen und beide kamen aufs Eis. Thau hätte aufgrund der beiden weiteren Strafen allerdings erst in der nächsten Unterbrechung aufs Eis gedurft. Ein Fehler des Strafbankbetreuers, der den Eisbären zum Verhängnis wird. Die Regeln sagen in so einem Fall, dass die Uhr bis zum Auftreten des Fehlers zurückgestellt wird. So versuchten die Eisbären in den verbleibenden 14 Sekunden nochmal alles, aber ein weiterer Treffer sollte nicht mehr fallen.

Daniel Galonska war nach dem Spiel dennoch zufrieden: „Wir haben heute unser bestes Saisonspiel gemacht, haben defensiv gut gearbeitet und immer wieder Torchancen kreiert. Über 60 Minuten gesehen waren wir heute die bessere Mannschaft. Dass uns kurz vor Schluss das Tor aberkannt wird, ist mehr als ärgerlich, zumal wir nichts für die Situation können. Wir hätten mindestens diesen Punkt verdient gehabt.“

Bereits heute Abend geht es für die Eisbären wieder aufs Eis. Um 18:30 Uhr geht es gegen den Neusser EV in der Eishalle Hamm.