Neuss erkämpft sich drei Punkte bei harmlosen Eisbären

Mit einem Sieg wollten die Eisbären eigentlich den Kontakt zur Spitze in der Liga halten, doch es kam an diesem Abend ganz anders. Nach den ersten beiden Dritteln stand ein ernüchterndes 3:5 auf der Anzeigetafel der Helinet-Eissportarena und auf den Rängen machte sich Unmut über die gezeigte Leistung breit. Dabei gingen die Eisbären früh in Führung als Marvin Cohut einen Alleingang abschloss (6.). Nur eine Minute später folgte der Ausgleich für die Gäste, die ihr erstes Powerplay direkt nutzen konnten (Balasz, 7.). Die erneute Eisbären-Führung durch Kraft, der von Demuth schön freigespielt wurde (9.) beantwortete erneut Balasz, erst mit dem Ausgleich (9.) und dann mit der ersten Führung der Gäste (13.). Bei den Eisbären lief in dieser Phase des Spiels wenig zusammen, sie leisteten sich zu viele leichte Fehler im Spielaufbau und waren nicht aggressiv genug in den Zweikämpfen. Als Bineschpayouh eine zu kurze Abwehr des unglücklichen Steffen Pietzko zum 2:4 nutzte rieben sich die Zuschauer verwundert die Augen (15.).

Mit Beginn des zweiten Drittels wechselte Trainer Ralf Hoja Sebastian May im Tor der Eisbären ein, der zunächst wegen einer Erkältung auf der Bank Platz genommen hatte. Doch auch May konnte den fünften Treffer der Gäste durch Richter nicht verhindern (23.). Immerhin gaben sich die Eisbären nicht auf, Kamil Vavra stellte den Anschluss her (26.) und versuchten sich ins Spiel zu beißen, doch Neuss blieb bei seinen Kontern stets gefährlich. Die Eisbären, die ihrerseits zwei Überzahlsituationen ungenutzt ließen, konnten sich bei May bedanken, dass die Gäste nicht noch mehr Treffer erzielt hatten. „Wir haben in den ersten beiden Dritteln überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel gehabt. Das frühe 1:0 war für uns vielleicht ein Hemmschuh und wir müssen uns hinterfragen, da schließe ich mich mit ein, ob wir den Gegner, bei allem Respekt, nicht ernst genug und auf die leichte Schulter genommen haben“, sagte ein selbstkritischer Ralf Hoja nach dem Spiel. „Es reicht leider nicht aus nur ein gutes Drittel zu spielen.“ Im letzten Drittel zeigten die Eisbären, dass sie in der Lage dazu sind gutes Eishockey zu spielen, allerdings ohne Oliver Kraft, der nach einem Check Ende des zweiten Drittels verletzt in der Kabine bleiben musste. Inzwischen hat sich die Verletzung als Nasenbeinbruch herausgestellt. In der 47. Minute gelang Andre Kuchnia der Anschlusstreffer zum 4:5 und als Kevin Thau in Überzahl den Ausgleich erzielte hatten viele in der Halle das Gefühl, dass das Spiel kippen könnte (49.). Die Eisbären spielten Neuss phasenweise im Angriffsdrittel fest, Entlastung gab es nur noch selten. Dennoch trafen die Gäste noch einmal, allerdings nur auf dem Papier, denn es war Demuth der einen Pass von Richter ins eigene Tor abfälschte. Hoja versuchte alles, nahm May zu Gunsten eines sechsten Feldspielers aus dem Tor, ein Treffer gelang nicht mehr und die Gäste entführten die drei Punkte ins Rheinland. „Wir machen immer wieder die gleichen einfachen Fehler, das muss sich jetzt schnell ändern und wir müssen vor allem den Kampf annehmen. Solche Spiele wie heute werden uns häufiger erwarten und da dürfen wir nicht zu leichtfertig an die Sache rangehen“, so Hoja abschließend.